KI ist in vielen Unternehmen angekommen. Die entscheidende Frage lautet heute jedoch nicht mehr: „Nutzen wir bereits KI?“ Sondern: „Welches konkrete Unternehmensproblem lösen wir damit?“
Eine Chatfunktion ist noch keine Unternehmenslösung
Allgemeine KI-Systeme sind leistungsfähige Werkzeuge. Sie formulieren E-Mails, erstellen Texte, fassen Inhalte zusammen, übersetzen Dokumente oder helfen bei der Entwicklung erster Ideen.
Das sind sinnvolle Einsatzmöglichkeiten. Sie beantworten aber noch nicht die Frage, ob die KI einen konkreten betrieblichen Engpass beseitigt.
Was passiert, sobald eine Frage nur mit internem Unternehmenswissen beantwortet werden kann?
Fragen zu eigenen Maschinen, Kunden, Arbeitsabläufen, Projekten, Dokumenten oder Entscheidungen kann eine allgemeine Chat-KI nicht automatisch beantworten. Dieses Wissen ist weder Bestandteil des allgemeinen Sprachmodells noch öffentlich verfügbar.
Eine KI schafft nicht allein deshalb geschäftlichen Nutzen, weil Mitarbeitende mit ihr chatten können.
Der wichtigste KI-Test: Kann sie interne Fragen beantworten?
Eine KI wird für Unternehmen besonders wertvoll, wenn sie nicht nur allgemeines Wissen verarbeitet, sondern auf das tatsächliche Wissen des Betriebs zugreifen kann.
Dieses Wissen liegt in den meisten Unternehmen nicht an einer zentralen Stelle. Es verteilt sich auf verschiedene Systeme, Ordner, Anwendungen und Abteilungen.
Typische Fragen aus dem Unternehmensalltag
- Wo liegt die aktuell freigegebene Betriebsanweisung?
- Wie wurde eine vergleichbare Störung zuletzt gelöst?
- Welche Entscheidung wurde im Projektmeeting getroffen?
- Welche Prüfschritte gelten für diese Reklamation?
- Welche Unterlagen benötigt ein neuer Mitarbeiter?
- Welche Version eines Dokuments ist aktuell?
Eine interne Unternehmens-KI muss die passenden Quellen finden, die Informationen einordnen und daraus eine nachvollziehbare Antwort erzeugen können.
Eine KI kann nur mit dem Wissen arbeiten, das sie sicher erreichen darf.
Fünf Fragen, die Sie Ihrer aktuellen KI stellen sollten
Mit dem folgenden Kurztest können Sie prüfen, ob Ihre KI-Nutzung bereits über eine allgemeine Chatfunktion hinausgeht.
Prüfen Sie die Aussagen, die Ihre aktuelle KI-Lösung bereits zuverlässig erfüllt.
Allgemeine Chat-KI und interne Unternehmens-KI sind nicht dasselbe
Allgemeine und interne KI-Lösungen verfolgen nicht zwangsläufig denselben Zweck. Beide können sinnvoll sein, müssen aber für die passende Aufgabe eingesetzt werden.
- Greift vor allem auf allgemeines Modellwissen zurück.
- Unterstützt bei Texten, Ideen und allgemeinen Fragen.
- Kennt interne Prozesse und Dokumente nicht automatisch.
- Arbeitet häufig außerhalb des eigentlichen Unternehmensprozesses.
- Interne Inhalte müssen für jede Aufgabe separat bereitgestellt werden.
- Nutzt definierte und freigegebene Unternehmensquellen.
- Beantwortet konkrete Fragen zu internen Abläufen.
- Zeigt die verwendeten Quellen zur Antwort an.
- Berücksichtigt Rollen, Rechte und Informationsbereiche.
- Kann zur Grundlage weiterer Anwendungen und Automatisierungen werden.
Welche Rolle spielt RAG?
RAG steht für Retrieval Augmented Generation. Dabei antwortet ein Sprachmodell nicht nur auf Grundlage seines allgemeinen Sprachwissens. Vor der Antwort werden zusätzlich passende Informationen aus freigegebenen Datenquellen gesucht.
Die gefundenen Inhalte werden als Grundlage für die Antwort genutzt. Dadurch kann die KI auf konkretes Unternehmenswissen zugreifen, ohne dieses Wissen vorher vollständig in ein Sprachmodell eintrainieren zu müssen.
Der Nutzen beginnt nicht beim Chat, sondern beim Problem
Unternehmen sollten nicht mit der Frage beginnen, welche KI-Funktionen derzeit verfügbar sind. Der bessere Ausgangspunkt ist ein konkreter Engpass im Arbeitsalltag.
Nicht die Anzahl der KI-Funktionen entscheidet über den Nutzen, sondern das gelöste Problem.
Vom internen Chat zur konkreten MicroApp
Eine interne Wissens-KI kann zunächst Informationen auffindbar machen und Fragen beantworten. Der nächste Reifegrad beginnt dort, wo aus Wissen ein konkreter Arbeitsablauf entsteht.
Eine MicroApp ist keine umfangreiche Standardsoftware. Sie bildet eine klar abgegrenzte Aufgabe oder einen konkreten Prozessschritt ab.
- Informationen aus vorhandenen Quellen zusammenführen
- Eingaben prüfen und strukturiert weiterverarbeiten
- Aufgaben aus Dokumenten oder Anfragen ableiten
- Vorgänge klassifizieren und weiterleiten
- Ergebnisse in einer festen Struktur bereitstellen
- Wiederkehrende Prozessschritte automatisieren
Die KI liefert dann nicht mehr nur eine Antwort. Sie wird Bestandteil eines konkreten Lösungsbausteins, der Mitarbeitenden im Arbeitsalltag direkt Arbeit abnimmt.
Ein Chat erklärt, was zu tun ist. Eine MicroApp führt den Vorgang strukturiert bis zum Ergebnis.
Ein einfacher Praxistest für Ihre aktuelle KI
Stellen Sie Ihrer aktuellen KI eine Frage, die nur Ihr Unternehmen zuverlässig beantworten kann.
Welche dieser Fragen kann Ihre KI heute beantworten?
Wichtig ist nicht nur die Antwort. Prüfen Sie auch, ob die Information aktuell, nachvollziehbar und für den jeweiligen Mitarbeiter freigegeben ist.
Kann Ihre KI diese Fragen nicht beantworten, ist sie möglicherweise bereits ein hilfreiches Werkzeug – aber noch keine KI, die das vorhandene Unternehmenswissen produktiv nutzbar macht.
KI-Nutzung ist nicht automatisch KI-Nutzen
Viele Unternehmen haben die erste Stufe der KI-Nutzung bereits erreicht. Mitarbeitende schreiben Texte, erstellen Zusammenfassungen oder verwenden KI für allgemeine Recherchen.
Der größere geschäftliche Nutzen beginnt, wenn die eingesetzte Lösung das Unternehmen kennt: seine Dokumente, Abläufe, Produkte, Erfahrungen und Regeln.
Dafür braucht es geeignete Datenquellen, eine sichere Zugriffssteuerung, aktuelle Informationen und einen klar definierten Anwendungsfall.
Die entscheidende Frage lautet nicht: Haben wir bereits KI? Sondern: Welche konkrete Aufgabe übernimmt unsere KI heute besser, schneller oder zuverlässiger als zuvor?
Häufige Fragen zur KI-Nutzung im Unternehmen
Reicht ChatGPT als KI-Lösung für ein Unternehmen aus?
Für allgemeine Texte, Ideen und Zusammenfassungen kann eine öffentliche Chat-KI sinnvoll sein. Für konkrete Fragen zu internen Abläufen, Dokumenten oder Unternehmensdaten benötigt die KI jedoch einen kontrollierten Zugang zu den relevanten internen Quellen.
Was muss eine interne Unternehmens-KI können?
Sie sollte freigegebene Unternehmensquellen durchsuchen, nachvollziehbare Antworten liefern, Quellen anzeigen, Zugriffsrechte berücksichtigen und mit aktuellen Datenbeständen arbeiten.
Muss das gesamte Unternehmenswissen neu aufbereitet werden?
Nicht zwangsläufig. Viele vorhandene Dokumente, Dateien und Systeme können über geeignete Konnektoren angebunden werden. Entscheidend sind eine sinnvolle Strukturierung, definierte Informationsbereiche und klare Zugriffsrechte.
Warum sind Quellenangaben bei KI-Antworten wichtig?
Quellen machen Antworten nachvollziehbar. Mitarbeiter können prüfen, auf welchem Dokument oder welcher Information eine Aussage basiert und bei Bedarf direkt in die Originalquelle wechseln.
Was unterscheidet eine MicroApp von einem KI-Chat?
Ein Chat beantwortet eine Frage. Eine MicroApp bildet dagegen einen klaren Ablauf ab, verarbeitet Eingaben, prüft Informationen und liefert ein definiertes Ergebnis.
Kann Ihre KI bereits auf Ihr Unternehmenswissen zugreifen?
Erleben Sie, wie vorhandene Dokumente, Daten und Betriebsabläufe zur Grundlage einer sicheren Wissens-KI und passgenauer MicroApps werden.
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